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Die letzten Tage haben wir geschrieben was das Zeug hielt. Das ist aber noch nicht das Ende des Blogs, denn unsere Reise ist noch nicht ganz vorüber und es werden noch weitere Artikel folgen.

Hier nochmal zum Überblick die neuesten Artikel:

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Geschrieben am 26. April 2010 auf dem Flug von Tokyo nach London.

Von Anfang an wusste ich die Reise ist 8 Monate lang und wir am Datum X wieder in alter Umgebung sein werden. Jeden Tag der Reise dachte ich es geht ewig so weiter. Das Reisen war ein so anderes Leben und liess mir kaum Zeit, um sich den alltäglichen Leben aller Berufstätiger zu vergegenwärtigen. Mit der Zeit lebten wir sozusagen zeitlos, vom neuseeländischen Frühling flogen wir direkt in den Hochsommer Australiens und von der Trockenzeit in Vietnam wieder zurück in den japanischen Frühling. Den Winter haben wir einfach mal weggelassen :-)

Und jetzt sollen wir wirklich in ein paar Stunden im deutschen Frühling landen? Die Flugtickets sagen es so seit Tagen voraus, doch der Kopf kommt nicht mit. Stecken wir doch noch inmitten im Reisen, zumindest gefühlt. Wollte eben noch Tokyo erlebt werden, stellen wir uns gerade auf unsere 1,5 Tage in London ein. Dieser Flug könnte auch einer der vorherigen sein, dem ein weiteres Reiseziel folgt, neues Ziel, neues Reiseglück, eine neue Kultur uns so weiter und so fort. Doch nein es ist der letzte Eintrag auf unserem Round the World Ticket:

Tokyo – London am 26.04.2010, 12 Stunden Flug, Ankunft 14:50 Uhr GMT+1.

Als gestern Volker im Tempel Sensojii in Tokyo zu mir sagte, er brauche kurz Zeit, da dies wohl der letzte Tempel sein würde den wir vorerst sehen, machte es das erste Mal Klick. Und das dann heftig: Die Sonne schien, das junge grün der Bäume strahlte, die Sonntagsausflügler lachten und im Hintergrund hörten wir die Babys vom Konaki Sumo Festival schreien. Wir hielten uns ungläubig in den Armen. Minuten später hatte uns der Reisetag wieder, wir wollten noch soviel sehen, erleben, Tokyo sozusagen Auf Wiedersehen sagen.

Jetzt sitzen wir schon im Flieger nach London und wir beide freuen uns auf die Familie und Freunde und auf die Zeit endlich die Pläne in Angriff zu nehmen, an denen wir oft gedanklich die letzten Monate gebastelt haben. Wir sind also gespannt und bleiben tapfer, auch wenn wir mal in einem Tief stecken.

Jetzt stellt sich mir die Frage: War es so wie wir und ich es mir vorgestellt habe(n)?

Das alles lässt sich nicht so in ein zwei Sätzen aufschreiben. Doch ich probiere einfach mal das Wichtigste festzuhalten. Die Reise war perfekt, für uns einzigartig, wichtig und einfach nur fantastisch. Bei einem Jahresurlaub von 2-3 Wochen hätten wir für diesen Trip wohl 15 Jahre gebraucht. Der reinste Wahnsinn.

Und was kam für uns unverhofft?
Ganz banale Dinge. Wie zum Beispiel, dass wir schnell feststellten, dass unser Reisetempo kaum Erhohlung zuliess und wir sprunghaft von einem Hoch ins Tief und umgekehrt fielen. Jede zweite Nacht ein neues Bett, neue Umgebung, neue Herausforderungen. Nichts bleibt so wie es ist. Abschied sagen wird zur Gewohnheit. Verschieben bedeutete oft, wir machten es nicht mehr. Viele Dinge kann man nicht beeinflussen und wir mussten uns irgendwie damit arrangieren. Das fängt ganz einfach beim Wetter an und geht mit neuer Sprache, Essen oder Transportmöglichkeiten  der Länder weiter. Gefühlt blieb uns oft zu wenig Zeit, um uns das nächste Land einzustellen. Unglaublich welchen Aufwand und manchmal auch Nerven uns die ganze Planerei gemacht hat. Dann kam der Trouble mit unseren Kreditkarten. Das Gefühl in einem fremden Land zu sitzen und einfach nur nicht an unser Geld zu kommen, machte uns wahnsinnig. Die Zeit flog an uns vorbei ohne dass wir etwas anpacken konnten. Irgendwann entschieden wir, die neue Kreditkarte uns auf privatem Wege zukommen zu lassen. Die beste Entscheidung ever, Nach 3,5 Monaten DKB-Ärger brummte in Japan der Geldautomat und Sekunden später hatten wir unser Cash in der Hand. Das war einfach nur traumhaft. In diesem Sinne, Wahnsinnig vielen Dank an meine Eltern, Simone und Jorinde!!

Andere Dinge würden jetzt vielleicht etwas zu philosophisch werden lassen, doch sage ich noch dies: Wir haben viel, viel und nochmals viel über uns und unser Leben gelernt. Jeden Morgen hatten genossen wir uns an zulächeln und aufs neue zu fragen: Wie geht es Dir? Was wollen wir heute gemeinsam machen? Wir waren glücklich genau so gereist zu sein, all das gesehen zu haben was wir sahen, sind keineswegs traurig über verpasste Gelegenheiten und freuen wir uns auf den Neu-Alt-Anfang in Leipzig!

Eigentlich wollten wir hier ein Best-of der ganzen Reise zeigen. Zerbrachen wir uns aber redlich die Köpfe welche der über 12.000 geschossenen Bilder die Besten 50 sind. So stellen wir aber kurz vor Schluss fest, dass dieser Blog selbst ein  Best-of unserer Reise darstellt.

Eure Birgit & Volker

Fun-Pics aus der Fotobox

Dori, unser japanischer Kumpel, hat uns am Samstag noch in eine Fotobox geschleift. Ähnlich unserer Passfoto-Kästen stellten wir uns in so ein Ding, zogen Grimassen und machten lustige Posen. Anschliessend verzierten, beschrifteten und bemalten wir die Schnappschüsse nach Lust und Laune. Dazu läuft laut Dance-Music und aufgedrehte Teens gackerten nicht weniger als wir :-) Die mackellosen Ergebnisse erwarten euch in der folgenden Foto-Show:

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Wo sind sie hin, die über 100 Tage in Asien? Da war er schon, unser allerletzter Reisetag auf dem mittlerweile für uns nicht mehr so unbekannten Kontinent.

Wir hatten Glück mit dem Wetter, ein wolkenloser Himmel strahlte über uns. Zuerst ging es 243m hinauf auf das Tokyo Metropolitan Government Building. Danach direkt nach Asakusa und direkt in den Sensoji Tempel. Der Tempel selbst ist schon der Hammer, wir hatten aber das Glück, dort noch ein paar schwere Jungs zu sehen, die Babys beim Konaki Sumo Festival schüttelnd zum weinen brachten. Der Priester feuerte dann zusätzlich noch die Babys und irgendwann schrie auch das hartnäckigste Kindchen. Warum das Ganze? Das laute Schreien kommt einer Segnung gleich. Die Eltern waren in ausgelassener Stimmung und die Sumo-Ringer samt des Priester nicht weniger. Und hier ein Video genau von diesem Festival:

Dieser Tag durfte nicht vorüber gehen, ohne nochmal Sushi gegessen zu haben. Also kauften wir beim nächsten Supermarkt an der Kühltheke ein und genossen unser spontanes Picknick im Ueno Park. Frisch gestärkt machten wir uns ein letzten Mal auf nach Shibuya auf, um dort die weltberühmte Kreuzung nochmal zu sehen und noch ein paar besondere Fotos zu machen.

Welcome to Tokyo

In Tokio hatten wir einiges vor, denn es gab noch ein paar Japan Erfahrungen, die wir bis dahin noch nicht gemacht hatten. Gleich am ersten Abend waren wir mit Simone aus der Schweiz Karaoke singen, und danach erwartete uns eine Nacht in einem Kapsel-Hotel. Wenn man in so einer Unterkunft nächtigt, gibt es nicht nur eine Kapsel, sondern auch einen Schlafanzug, Handtücher, Zahnbürste etc. Wieso gibt es hier zu einem relativ geringem Preis (ca. 25 Euro) und Komfort einen solchen Service? Die Frage beantwortete sich sozusagen von selbst, als sich eine schicke Buisness-Lady nach Mitternacht zusammen mit Birgit zum Schlafen fertig machte und vermutlich einfach den letzten Zug verpasst hatte. Die Kapsel-Hotels sind also nix für einen Wochenend-Urlauber, sondern hauptsächlich für Leute, die mal schnell eine Mütze Schlaf brauchen – ob nun für ein paar Stunden am Tag oder die komplette Nacht.

Wegen des regnerischen Wetters passten wir unsere Aktivitäten einfach an, stürzten uns morgens in die Rush Hour, schlürten Café bei Starbucks bei der Mega-Kreuzung in Shibuya, klapperten auf der Musikinstrumente-Strassen die Geschäfte ab und zogen um in ein richtiges Hostel.

Für Samstag hatten wir uns mit Dori, einem Japaner, den wir in Laos kennen gelernt hatten, verabredet. Bei traumhaftem Wetter war er ein einmaliger Tokyo-Guide, wir sahen jede Menge, plauderten ununterbrochen, lachten viel und genossen es, durch die vollkommen überfüllten Strassen zu schlendern.

Zusammen mit seiner Bekannten Aska dinnierten wir vom allerfeinsten im 14. Stock mit Blick über die anderen Hochhäuser und tranken einen Absacker in einer Bar, die wir alleine nie-und-nimmer gefunden hätten.

Seit sehr langer Zeit waren wir uns einig, dass wir uns vor dem Ende der Reise nochmal etwas Ruhe gönnen wollten, um die letzten Monate Revue passieren zu lassen und uns mental auf unsere Rückkehr vorzubereiten. In der Nähe von Kawaguchiko, einem Städtchen direkt in der Umgebung des Fujis fanden wir ein Ryokan, ein japanisches Bed & Breakfast, mit heisser Badewanne, einem Überaum, viel Ruhe und jede Menge vegetarischer Köstlichkeiten – zum Frühstück und zum Abendessen. So gut hatten wir es uns in den letzten Monaten nicht gehen lassen und da störte uns selbst ein Regentag nicht weiter. Der Wettergott meinte es aber noch gut mit uns und wir konnten von der 5. Station auf etwa 2300 Meter Höhe Blicke auf den Gipfel dieses Giganten auf 3776 Metern erhaschen. Glücklich den Fuji gesehen zu haben waren das ganz besondere Tage auf unserer Reise. Viel Spass bei der Bildershow!

In die Berge nach Takayama

Von Osaka ging es per Zug in Richtung Norden, ins Städtchen Takayama in den Bergen. Bei beinahe frostigen Temperaturen wohnten wir in einem ehemaligen Tempel, spazierten durch die Strassen und verbrachten ein paar Stunden im tollen Hida-Museum. In diesem Freilichtmuseum wurden alte japanische Häuser wieder aufgebaut und von dort aus hatte wir eine tolle Aussicht auf die verschneiten Gipfel der japanischen Alpen. Heute wenig Text und viel Bild, alles weitere steht bei den Fotos:

Splitternackt saßen wir mit  erholungssuchenden Japanern in diesem glitschigen Etwas und fragten uns was wir hier eigentlich machen. Ja, wir baden in Schlamm! Um genauer zu sein im weißgrauen Schlammwasser des Mud Bath Holy in Beppu.  Das ganze noch open air und mit Blick auf die weißen Dampfwolken der Quelle und die umliegenden Berge. Als wir genug hatten und aus dem Wasser stiegen, waren wir bis unter’s Kinn  weiß und schlürften ins gegenüberliegende etwas klarere Wasser um uns dort von dieser erdigen Masse zu befreien.

Verstecktes Bad in den Bergen

Am gleichen Tag waren wir bereits in einem „Versteckten Bad“ (Hidden Onsen). Unter einem verstecktem Bad versteht man hier eine heisse Quelle abseits der Stadt,  die Privatpersonen vorgerichtet haben und für Jeden nutzbar sind. Sho, ein Japaner aus dem Hostel, hatte uns zusammen mit einem slovenischen Paar hierher gebracht. Schnell wurden die dicken Sachen abgestreift und ab gings ins heisse Vergnügen. Was für ein paradiesischer Flecken!

Im Hostel ging dann die Baderei weiter, denn neben großartigem Personal, einer traumhaften Küche, unterhaltsamen Sake Partys gab es im Haus auch ein heißes Bad, dessen Größe irgendwo zwischen Mega-Badewanne und Mini-Swimmigpool lag und von dem wir auch rege Gebrauch machten. Aber dem soll noch nicht genug gewesen sein :-)

Höllenteiche

An unserem Abreisetag hatten wir uns nochmal viel vorgenommen. Wir schauten uns zwei der berühmten Höllenteiche an. Der erste, Umi-Jigoku, ist ein ca. 200 Meter tiefer Tümpel, dessen Wassertemperatur so hoch ist, dass man sich darin sein Frühstücksei kochen könnte und mindestens genauso wichtig: Des Wasser schimmert kobalt-blau und dampfte natürlich ohne Ende. Und schon ging’s weiter zum Chinoike-Jigoku, einem Teich dessen Wasser rot ist und der auch oft als ‘Bluthölle’ bezeichnet wird. Ja, Hölle, denn all diese hübschen und mehr oder weniger stark nach Schwefel stinkenden Seen, von denen es insgesamt acht gibt, werden unter dem Begriff ‘Die acht Höllen von Beppu’ zusammen gefasst.

Bad ohne Wasser

Und schon geht’s weiter, ein Blick auf auf die Uhr: Wir sind gut in time. Als ob zum Strand, dort erwartete uns bei den etwas kühlen Temperaturen die coolste unserer Beppu-Bade-Erfahrungen: Wir ließen uns mit Blick auf das Meer in heißem Sand einbuddeln. Das war eine Wonne! Danach ging es ab unter die Dusche, und Birgit’s Kommentar, sie wäre noch nie so dreckig gewesen, brachte das ziemlich auf den Punkt.

Ab auf die Fähre

Kurz nach Sechse gings ab auf die Fähre, die uns über Nacht nach Osaka bringen sollte. Hier  hatten wir unsere wahrscheinlich untopbare Dormerfahrung. Schön eng aneinander gereiht hatten in einem Raum satte 54 Leute Platz. Die Stimmung war fröhlich, Sushi und Bier wurde verputzt und kaum zu fassen aber wahr zwischen zehn und fünf Uhr in der Frühe war Stille angesagt. Kein Schnarchen nix nur das monotone brummen der Schiffsmotoren.

Japans Vorzeige Highspeed-Zug

Achja wir hatten noch ganz vergessen, dass wir von Hiroshima nach Beppu einen Streckenabschnitt mit dem Highspeed-Zug (Shikansen Nozomi) zurücklegten. Und das war ein Erlebnis. Der Weg zum Bahngleis führte uns in einen Extrabahnhof und irgendwie erinnerte uns das schon eher an eine Flughafenhalle. Die 213 km legten wir dann in weniger als 49 Minuten zurück, inklusive eines Zwischenstopps und dem zugehörigen Ein- und aussteigen. Rein rechnerisch und ohne Zwischenstopp & Co. macht das eine Geschwindigkeit von rund 260 km/h.

Das O-Tori in Miyajima

Mitten in der morgendlichen Rushhour saßen wir in der überfüllten Straßenbahn in Richtung Miyajima. Ja genau Straßenbahnen gibt’s auch in Hiroshima und fast fühlten wir uns wie daheim. Doch gibt’s hier beim Straßenbahnfahren ein paar feine Unterschiede, denn neben dem Fahrer gibt’s auch noch einen Fahrtbegleiter der in schönsten japanischen Tonfall die nächste Haltestelle ansagt, die Türklingel zweimal ringt und alle drei Stationen einmal ganz akkurat die Bahn hoch und runter läuft. Bezahlt wird hier beim Aussteigen und damit das in der Rush Hour schneller von statten geht, positioniert sich ein Bediensteter am Bahnsteig und kassiert dort ab. Keine schlechte Sache.

Nach einer lustigen 70minütigen Fahrt stiegen wir dann am Hafen zu Miyjajima aus und schipperten mit der Fähre auf die kleine Insel Miyjajima. Dort angekommen empfingen uns erstmal Rehe, die sich einen Spaß mit den Touris machten, auf Futter hofften oder sich mal direkt vor die Übersichtskarte stellten. Heute meinte es der Regengott gut mit uns und schüttete durchgängig was das Zeug hielt. Zum Glück hatten wir coole durchsichtige Regenschirme dabei und so störte uns das Wetter fast nicht, denn ausnahmsweise war das mal schönes Regenwetter. Wie geht das? Einfach so, dass die Wolken kein einheitsgrau boten, sondern in verschiedenen Höhen und grautönen über uns vorbei zogen und die Berge in Schichten umhüllten.

Das O-Torii

Aber jetzt endlich zu unserem eigentlichen Ziel dem sogenannten schwebenden Tor das O-Torii des Itsukushima Schreins. Das besondere an diesem Schrein ist, dass er auf Pfählen während der Flut im  Wasser steht. Wir sind also extra früh aus den Federn um die Flut um 08:35 Uhr abzupassen und es hat sich gelohnt! Das Haupt-Tor, in japansich O-Torii genannt, wurde im 12 Jhd. errichtet und steht ca. 200 Meter vor dem Hauptgebäude des Schreins. So ein Tor ist ein Shinto-Zeichen und führt zu den heiligsten Bereichen von Schreinen. Als wir davor standen konnten wir nachvollziehen warum dieses Tor zu Japans „most scenic spots“ gehört.

Hochzeit auf japanisch

Wie so oft fängt der frühe Vogel den Wurm und so hatten wir gleich das Glück einer traditionellen Hochzeit im Schrein beizuwohnen. Die Zeremonie wurde mit den engsten Verwandten des Brautpaars durchgeführt. Wir hörten abgefahrende Flötentöne vom Trio, dunkle Trommelschläge und helle Glocken leuten. Das wir hier jemals ein Brautpaar in ihren traditionellen Kleidern inkl. des überdimensionalen Schleiers der Braut sehen würden, hätten wir uns nicht erträumen lassen.

Als die Hochzeit vorüber war, spannten wir wieder unsere Regenschirme und machten uns auf, den Misen Berg zu erklimmen. Nach 1,5h Aufstieg wurde das Wetter leider zunehmends schlechter und so sprinteten wir den Berg in 30 Minuten wieder hinab, sprangen auf die Fähre, in die Straßenbahn und waren irgendwann ganz durchnässt wieder in Hiroshima angekommen. Da war mal wieder ein Reisetag wie er im Buche stehen könnte, nun steht er hier in unserem Blog. Und euch jetzt viel Spaß beim Bilder gucken.

Hiroshima damals und heute

Es war ein Sommertag wie schon viele zuvor. Kinder gingen zur Schule, Erwachsene zur Arbeit und das Leben auf den Straßen verlief so alltäglich, wie es in diesen Zeiten eben möglich war. Doch innerhalb eines Augenblickes veränderte sich alles: Am  6. August 1945  wurde Hiroshima Opfer des weltweit ersten Atombombenangriffs. 08:15 detonierte die Atombombe 560m über den Stadtkern, die gesamte Stadt ging in Flammen auf, die Uhren blieben stehen. Von denjenigen, die dieses Grauen überlebt haben, starben mehr als 150.000 Menschen an den Folgen des Fallouts.

Knapp 55 Jahre danach ist Hiroshima eine modere und gepflegte Stadt und mahnt nur noch im Peace Memorial Park mit vielen Denkmälern und Museen an das unfassbare Leid der Vergangenheit. Dort findet sich auch der Atombomben-Dom, ein erschreckendes Mahnmal am Ufer des Ōta. Obwohl das Gebäude ziemlich am Detonationspunkt der Atombombe lag, fiel es als beinahe Einziges nicht in sich zusammen. Bei dem Anblick der Ruine lief es uns kalt den Rücken runter, doch der spätere Besuch im Friedensmuseum, welches über die Stunde Null informiert, ließ uns dann den Atem stocken. Hier begriffen wir nicht nur das räumliche  Ausmaß dieses Angriffes sondern auch die Folgen für die Bevölkerung. Dachten wir vorher die Trickanimation Barfuss durch Hiroshima (Trailer) sei vielleicht etwas übertrieben. Doch änderten wir bei dem Anblick von geschmolzenen Glasflaschen, Stahlträgern und den Fotos von betroffenen Menschen schnell unsere Meinung. Japan wurde gleich drei Tage erneut zum Ziel: Am 9. August 1945 detonierte die zweite Atombombe „Fat Man“ über Nagasaki.

Zurück zur Gegenwart

Nun aber genug der Trübsal, denn so ganz nebenbei haben wir hier bei angenehmem Wetter im freien gejammt und fanden im Keller unseres Hostels einen exzellenten Überaum. Zum ersten Mal in Japan waren wir auch in einem Jazzclub, der Chef des Ladens pustete was das Zeug hielt in sein Saxophon und machte seinem großen Idol John Coltrane alle Ehre. Und nicht nur das, denn auch der Name des „Lush Life“ selbst war eine Hommage an diesen Ikonen.

Ab ans Fließband

Vor unserer Weiterfahrt besuchten wir noch spontan das Mazda-Museum und die Mazda-Fabrik.  Es müsste schwierig sein, jemand zu finden, der noch weniger an Autos interessiert ist als wir, aber das 7km lange Fließband wollten wir uns nicht entgehen lassen.
Leider durften wir da nicht knipsen, zu gerne hätten wir die Bilder an namhafte  Autohersteller verhöckert und unsere Reise mit Saus und Braus zu Ende gebracht;-) Aber wer will das schon? Das Mazda Gelände ist jedenfalls RIESIG, ca. 20000 Angestellte, ein eigener Hafen, eine Monsterbrücke nur für Mazda und ein eigenes internes Bussystem.

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